Programmtheorien & logische Modelle

Was sind Programmtheorien und logische Modelle?

In der Evaluation werden häufig Programmtheorien oder logische Modelle verwendet, um Wirkungsketten in Maßnahmen nachzuzeichnen. Mit ihnen wird dargelegt, wie von einer Ausgangslage durch eine oder mehrere Interventionen eine gewünschte Wirkung erzielt werden soll. 

Man spricht dann auch von "programmtheoriebasierter Evaluation".

Begriffsvielfalt: "Theorien", Logframes und mehr

Für diese Art der Analyse und Darstellung von Programmwirkungen gibt es mittlerweile verschiedene Bezeichnungen, die alle mehr oder weniger ähnliche Vorgangsweisen beschreiben. Dazu gehören neben Programmtheorie: logische Modelle, logical framework analysis/approach (logframe), pipeline models, theory of action, theory of change, Wirkungsketten, Kausalketten, Internentionslogik etc. 

Programmtheorie
Am häufigsten wird, vor allem im englischsprachigen Raum, der Begriff Programmtheorie (program theory) verwendet, wobei der Begriff "Theorie" etwas irreführend ist, da damit meist ganz einfach die Programmlogik gemeint ist. Diese kann sich (auch) auf wissenschaftliche Theorien stützen, häufig basiert sie jedoch auf Annahmen und Handlungsansätze der PraktikerInnen in der Programmumsetzung.

Logisches Modell

Oft werden Programmtheorien graphisch dargestellt, dies wird dann als "logisches Modell" bezeichnet. Programmtheorien können jedoch noch stärker zwischen den einzelnen Elementen und Schritten unterscheiden im Sinne einer detaillierteren "Theory of Change" (wie entstehen Veränderungen?) sowie einer dazu passenden "Theory of Action" (was müssen wir tun, um die Veränderungen anzustoßen?) . Dies ist wichtig, damit die einzelnen Elemente und Schritte auch tatsächlich inhaltlich-logisch verbunden sind.

Beispiele

CIPP-Modell: Ein gängiges Logisches Modell ist das CIPP-Modell von Dan Stufflebeam, das zwischen Kontext, Input, Prozess und Produkt (Ergebnis) unterscheidet. 

 

"Programmbaum": IMPULSE verfolgt den Ansatz einer "zweckorientierten Programmtheorie" (nach Funnell/Rogers 2011), d.h. die Programmtheorie soll einen möglichst großen Nutzen für die Evaluation und deren Auftraggeber bringen.

Oft kommt der Programmbaum von Wolfgang Beywl zum Einsatz: er stellt eine sehr übersichtlich und ansprechende Weiterentwicklung des CIPP-Modells dar. Mehr

 

Meist wird die Wirkungskette des Programmbaums durch weitere Annahmen zu Wirkweisen und deren Verbindung mit den Programmaktivitäten ergänzt.

 

Wozu Programmtheorien in der Evaluation?

"Blackbox" der Programmwirkung öffnen

Durch Programmtheorien kann man die "Black-box" der Wirkungsketten zugänglich machen und damit auch besser nachweisen, dass Wirkungen aufgrund der Maßnahmen stattgefunden haben (oder auch nicht). 
 

Besseres Verständnis von Ergebnissen

Durch eine programmtheoriebasierte Evaluation kann auch ermittelt werden, wo entlang der Wirkungskette Probleme aufgetaucht sind: d.h. zum Beispiel im Fall eines Misserfolgs, ob das Konzept der Maßnahme überhaupt tauglich war oder ob es Probleme bei der Implementierung gab.
 

Hilfe bei der Planung

Gleichzeitig sind diese Modelle auch gut geeignet, um Wirkungsannahmen transparent zu machen und im Vorfeld Maßnahmen besser zu planen. 

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